Bass Monsters 2020

Midou Grossmann Copyright 2020

Foto Copyright Claus Freudenstein 2020 – Haberkasten 31.10.2020 – Mühldorf am Inn

Kontrabassspieler dürften die glücklichsten Musiker auf der Welt sein. Sind sie doch körperlich eng mit ihrem Instrument verbunden, welches mit dem Grundton auf dem Urton der Schöpfung – dem OM – schwingt. Vielleicht erklärt das auch die große Faszination vieler Kinder für dieses Instrument. Claus Freudenstein hat ebenfalls den Minibass entworfen. Eine Untersuchung dies bezüglich wäre sicherlich eine lohnende Angelegenheit. Klassische Musik allgemein, besitzt großes Heilpotential, aber jede musikalische sowie anderweitig kreative Tätigkeit stützen ebenfalls die Psyche, und daher könnte auch jetzt während der Quarantäne musiziert werden, auf Straßen und Plätzen, in Höfen und Parks. 10 Personen aus 2 Haushalten sind doch noch erlaubt. Ein kleines Duo oder ein Trio könnten schon etwas bewegen, auch Gesang wäre sicherlich willkommen.

Foto Midou Grossmann – Mühldorf am Inn – Dezember 2019 – Musikschule

Am letzten Samstag konnte man in Mühldorf am Inn gleich fünf Meister am Kontrabass erleben, das Konzert der Bass Monsters war gerade noch einmal dem erneuten Lockdown zuvorgekommen. Claus Freudenstein musste allerdings zum ersten Mal seit Bestehen die Bayerischen Basstage absagen.

Der ausverkaufte Haberkasten – Tischformation – erlebte den Gastgeber zu Beginn mit einer fulminanten Wiedergabe von “Eye of the Tiger”, begleitet von Thomas Hartmann am Flügel. Dieser begleitete auch Maestro Petru Iuga – ein Schüler von Sir Yehudi Menuhin – bei der brillanten Wiedergabe von Bartoks “Rumänische Tänze“ sowie den “Rokoko Variationen“ von Tschaikowsky.

Nach der Pause legten die Bass Monsters dann richtig los! Im Mittelpunkt standen zwei Uraufführungen. Aus Mexico kam Andres Martins neue Komposition “Pterolycus” (der geflügelte Wolf), die mit einer großen musikalischen Dichte, Farbenreichtum und Tiefgang viel Erfolg hatte und welche den sonoren Klang des Instruments prägnant in den Vordergrund stellte. Das gilt auch die Premiere von MJs “Heal the world” von Claus Freudenstein und “Live Wire” von AC/DC von Dominik Luderschmied (Münchner Kammerorchester) arrangiert. Philipp Stubenrauch (Solobassist BR Symphonieorchester) und Thomas Hille (Solobassist Gärtnerplatz Theater) ergänzten das hochkarätige Quartett. Ein wunderbarer Abend, für den alle Beteiligten mit großem Applaus belohnt wurden.

Vedic Wisdom, Buddha und Western Philosophers! Richard Wagner und sein Frageverbot!

Foto Copyright Midou Grossmann – Gemälde Schloß Herrenschiemsee – König Ludwig Ausstellung 2019

Ich habe einen interessanten Aufsatz von Prof. Dr. Urs App (lehrt am International Research Institute for Zen Buddhismus at Hanazono University, Kyoto, Japan) über die Beziehung Buddhismus/Hinduismus gelesen, den ich hier nicht vorenthalten möchte.  Schon 1823 schreibt Graf von Lanjuinais im ‘Journal Asiatique’ über den Ursprung der Upanishaden (Oupnek’hat):

Es schließt ein beachtenswertes philosophisches System ein: 1. durch dessen Alter von 4000 Jahren***; 2. durch die immense Fläche der Länder, wo es bekannt ist und praktiziert wird, nämlich seit dem Altertum in Persien, Indien, Tibet, China und Japan, einigermaßen auch in der Tartarei…und vielen benachbarten Ländern; kurz, es ist der Grund der Religionen der Brahmanen und jener der Schüler des Buddha. Diese letztere nennt man in der Tartarei und im Tibet die Religion der Lamas; in China die Religion des Fo; im Königreich Siam jene des Sommonacodom, usw. Mit einem Wort: die Variationen des Indianismus erstrecken sich über fast 7.000 Meilen und decken fast ganz  Asien ab.

(*** Ich würde sagen, diese Philosophie ist viel viel älter.)

Schopenhauer schreibt in sein Notizbuch 1810/11:

“Nach sicheren Nachrichten erhielt aber der Monotheismus in Indien, der Wiege der Kultur u. zwar in sehr früher Zeit eine der merkwürdigsten Ausbildungen, die später hin über mehrere Nationen ausgebreitet wurde, ihren Elementen nach durch die Bibel zu uns gelangt ist, aber nach und nach mancherley Veränderung erhalten hat. Nach den ältesten Religionsbücher der Indier gibt es ein ursprüngliches selbstständiges Wesen das als Herr aller Wesen, aller Schöpfung vorherging.”

Ein französischer Philosoph schreibt im 19. Jahrhundert:

Die uralte Gotteskunde der Brahmanen, welche Gott in ihrer Sprache auch ‘OUM’ nennen, sei unter dem Namen ‘doctrina orientalis’ via Persien in den Mittelmeerraum gelangt und damit auch zu den Ägyptern, Juden und den Philosophen Griechenlands und Rom.

Richard Wagner und das Frageverbot in Lohengrin:

Der Komponist und sein Freundeskreis lasen mit großem Interesse indische Schriften und das Wissen um die Wiedergeburt war eine Selbstverständlichkeit.

Das Mahabharata beginnt mit einem Frageverbot. Ein König sieht eine geheimnisvolle Frau (Ganga) aus dem Fluß auftauchen, er will sie unbedingt heiraten, sie verlangt dafür keine Fragen, egal was sie tut.

Nun, sie tötet jeden der 7 Söhne nach der Geburt – beim achten Sohn kann der König nicht mehr schweigen, er verlangt eine Antwort. Sie erzählt ihm, dass beide sich schon im Astralreich getroffen und verliebt haben, ihr Vater – ein Gott – ist nicht erfreut. Dennoch flirten sie, der Vater versteckt sie vor dem Verehrer, doch der König – in einer anderen Inkarnation – zieht sie mit seiner Sehnsucht wieder in seine Nähe. Nach der Erklärung muss sie nun entschwinden, nimmt den 8. Sohn auch gleich mit, doch verspricht diesen, wenn er älter ist, dem Vater als Kronprinz zu senden….!!! Die zuvor geborenen Söhne waren Gangas ‘Schutzengel’, die durch sie geboren wurden und Ganga tötete sie gleich nach der Geburt, um ihnen das harte Dasein auf Erden zu ersparen. König Bharat bekam, ebenso wie Elsa, ein Frageverbot auferlegt, das er nicht einhalten konnte. Die Beiden mussten sich trennen!

Dr. Paul Deussen – Indiologe, Sanskritforscher, Schopenhauerforscher
Swami Vivekananda about him:
https://web.archive.org/web/20191020054543/http://www.ramakrishnavivekananda.info/vivekananda/volume_4/writings_prose/on_dr_paul_deussen.htm

copyright Midou Grossmann 2020

Great Talk about the purpose of life! Dont miss!
Brother Anandamoy – SRF Los Angeles!

Wagner-Endspurt in Leipzig

Medieninformation zur Premiere Lohengrin am 7.11.2020:

LOHENGRIN mit neuem künstlerischem Konzept

Die Neuinszenierung von Richard Wagners „Lohengrin“ an der Oper Leipzig findet nicht in der Regie von Katharina Wagner statt. Der Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Leipzig Prof. Ulf Schirmer berücksichtigt für diese Entscheidung sowohl die verschobene Premiere am Gran Teatre del Liceu Barcelona als auch die aktuell gültigen Coronaregeln für die Opernbühne in Leipzig. Am 7. November 2020 präsentiert die Oper Leipzig ein kreativ verkürztes Opernformat: „Lohengrin“ wird derzeit von Prof. Schirmer bearbeitet – zusammen mit dem Chefdramaturgen Dr. Christian Geltinger und dem künstlerischen Produktionsleiter der Oper Leipzig, Patrick Bialdyga, der auch Regie führen wird. Motive des in Bayreuth geborenen und bei Berlin wohnenden Bildhauers und Malers Klaus Hack werden den Bühnenraum bestimmen. 

Weitere Aufführungstermine von „Lohengrin“ veröffentlicht die Oper Leipzig in den kommenden Monatsspielplänen. Im Hinblick auf die Festtage WAGNER 22 in zwei Jahren gibt die Oper Leipzig am 30. September 2020 auf der ersten Pressekonferenz weitere Premierentermine bekannt. 
(Presseinfo Oper Leipzig – http://www.oper-leipzig.de)

Die Aufführungen aller 13 Opern von Richard Wagner im Mai 2022 werden sicherlich enorm dazu beitragen vielen Menschen die philosphische Linie des Komponisten näher zu bringen. Die Aussagen der Werke basieren explizit auf den vielschichtigen unsichtbaren Dimensionen des Daseins. Hoffen wir, dass bis 2022 die aktuellen gesellschaftlichen Probleme gemeistert werden und diese Werke aus einer neuen Sicht für eine humanere Gesellschaft aufgeführt werden dürfen.
Ich plane mein Buch zu überarbeiten und bis 2022 neu zu verlegen.

Ein Sommer der Reflektionen

Gedanken zum Musiktheater in Zeiten einer Krise

 

Andrea Chenier 2011
Copyright Midou Grossmann

Eigentlich hätte es einen Sommer der Reflektionen hinsichtlich Oper und Konzert werden müssen.  Ein Großteil der Festivals annullierte die Saison, da die Corona-Maßnahmen ein bewegendes Musiktheater nicht erlauben, so schien es. Eine Phase des Nachdenkens hätte nützlich sein können, doch sind natürlich die wirtschaftlichen Begebenheiten nicht immer glänzend und so versuchen manche Institutionen nun eben ein Spagat zwischen Einnahmen und Kunst, zudem auch, um in den Schlagzeilen zu bleiben.

Leider ist doch ein Hype entstanden. Die Medien zeigen Sängerstars in Aktion unter südlichem Sternenhimmel, in heimischen Gärten und sogar in Wohnzimmern, man feiert so die Auferstehung der Kunst. Selbst Bayreuth im kühleren Franken ist enorm aktiv, man präsentiert Konzerte am Badesee. Richard Wagner ist immer gut für eine Schlagzeile, der Bayerische Rundfunk verkündet stolz: „Selbst Corona kann Wagner nichts anhaben“. Dabei wäre es eine perfekte Gelegenheit gewesen, jetzt endlich einmal über die Aussagen der Wagneropern zu sinnieren, gibt es da nicht Parallelen zur aktuellen Krise? Zeigt uns der Komponist nicht einen tieferen Zugang zur vordergründig so flüchtigen irdischen Existenz? Wäre ein kreativer Neubeginn nicht zwingend notwendig gewesen? Nun, was nicht ist, kann ja noch werden.

Die Salzburger Festspiele setzten auf ‚Salome‘ (in den letzten Jahren) und heuer auf ‚Elektra‘. Diese Opern von Richard Strauss gleichen den antiken Originalen vom Libretto her nun eigentlich sehr wenig. ‚Salome‘, nach Oscar Wilde, von Strauss selbst ‚eingerichtet‘. ‚Elektra‘, von Hugo von Hofmannsthal, nach dem Drama Sophokles’ umgeschrieben, passend für den Zeitgeist einer ‚aufgeklärten‘ Gesellschaft. Beide Opern sind aktuell etwas konturlos geworden, wage ich zu behaupten, nie konnte Richard Strauss an Wagners Mystik anknüpfen . Es könnte reizvoll sein, eine neue ‚Elektra‘ zu konzipieren, enger an Sophokles, und was ‚Salome‘ betrifft, ist die Version von Antoine Mariotte vielleicht doch spannender.

Eine passende Oper für diesen Sommer wäre ‚Andrea Chénier‘ von Umberto Giordano gewesen. Das spannende Libretto von Luigi Illica (die Handlung spielt während der Französischen Revolution), von Giordano mit einer genialen musikalischen Urkraft vertont, geht unter die Haut und ist immer noch hoch aktuell.  Durchleben wir nicht momentan auch eine Zeit des Umbruchs? Zwar hat das Werk in den letzten Jahren einige wichtige Aufführung erlebt, doch der große Durchbruch lässt noch auf sich warten, vielleicht auch aus dem Grund, dass man drei hervorragende Hauptdarsteller aufbieten sollte, die stimmlich sowie darstellerisch den Verismo mit seiner Dynamik verstehen. Dies gilt auch für den Dirigenten, der die ungemein farbenreiche Komposition Giordanos mit all ihrer Dramatik – aber auch Lyrik – packend zu gestalten hat, doch gleichzeitig die Sänger gekonnt durch die anspruchsvolle Partitur bringen muss.

Eine Referenz-Aufnahme ist immer noch der Mitschnitt aus der Mailänder Scala von 1955 mit Maria Callas, Mario Del Monaco und Aldo Protti, unter dem hervorragenden Dirigat von Antonino Votto. Als Musterbeispiel der letzten Jahre darf die Aufführung auf der Bregenzer Seebühne gelten, in der Regie von Keith Warner und dem Dirigat von Ulf Schirmer (2011/12). Hier war perfektes Musiktheater in einem einmaligen Outdoor-Ambiente zu erleben, das mit seiner szenischen Wucht die gesamte Bregenzer Bucht einbezog und so ein einmaliges Kunstwerk schuf, das zu einem wahrhaft transzendenten Erlebnis wurde. Hier darf man auch das beeindruckende Bühnenbild von David Fielding erwähnen. Er schuf ein gelungenes Kunstwerk, das so selten zu erleben ist.

Hoffen wir, dass sich das Musiktheater in den kommenden Jahren in diese Richtung bewegen kann, denn inmitten der Krise öffnen sich kontinuierlich neue Portale.

Copyright Midou Grossmann 2020

Fotos Copyright Midou Grossmann 2012-2020

 

 

Festspiele in Bregenz heuer nur reduziert

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Seebühne Bregenz Austria – Foto Midou Grossmann July 2020

„Es wird alles wieder gut“, so lautet die Nachricht aus dem Festspielhaus Bregenz, und man verkündet, dass Festtage im Festspielhaus von 15. bis 22. August stattfinden werden. Man möchte doch nicht ganz aus dem Feuilleton verschwinden und bis Ende August sollten in Österreich noch weitere Lockerungen bezüglich der erlaubten Zuschauerzahlen verkündet werden. Drei Konzerte, ein Arienabend und eine Musiktheater-Uraufführung laden während der achttägigen Veranstaltungsreihe in den Großen Saal des Festspielhauses. Im Seestudio stehen zwei Abende von Musik & Poesie auf dem Programm. Das Kunsthaus Bregenz wird mit einem Konzert im KUB ebenfalls zum Schauplatz der Festtage.

Die aus Tirol stammende Musicbanda Franui ist gemeinsam mit Bassbariton Florian Boesch bei einem außergewöhnlichen Konzert am 15. August im Festspielhaus zu erleben. Den Schlusspunkt der Festtage bildet am 22. August ein Orchesterkonzert der Wiener Symphoniker unter Philippe Jordan, der letztmals als deren Chefdirigent in Bregenz zu Gast sein wird. Ein weiteres Konzert spielt das Symphonieorchester Vorarlberg mit Enrique Mazzola am Dirigentenpult sowie Sopranistin Mélissa Petit. Beim Arienabend Viva Verdi – Viva l’Opera sind in kleiner Orchesterbesetzung Musikerinnen und Musiker des Sinfonieorchesters St. Gallen ebenfalls unter Enrique Mazzola zu erleben, es singt die Sopranistin Anna Princeva.

Angesichts dieser ‚Leckerbissen‘ ist sicherlich so mancher Musikfreund motiviert die Bodenseeregion zu besuchen. Denn nicht nur die Musik klingt hier intensiver, sondern auch die Landschaft am ‚Schwäbischen Meer‘ bezaubert immer wieder und belebt Körper sowie Geist. Kulturgenuss unten im Festspielhaus, Erholung auf dem Berg, ein perfekte Symbiose. So habe ich das über lange Jahre geplant und gelebt.

Neben dem Pfänder, dem über 1000 Meter hohen Hausberg, gilt das weniger überlaufene Eichenberg immer noch als Geheimtipp. Auch als Luftkurort gehandelt, liegt der Ort auf 793 Meter auf einem Sonnenplateau, mit einer Aussicht, die man einmalig bezeichnen darf. Weit bis in das Rheintal schaut man, nach Konstanz, Ravensburg und in das Allgäu hinein. Das bäuerliche Flair des Ortes konnte bis jetzt erhalten bleiben, zugleich sind Hotels sowie Ferienwohnungen vorhanden.

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Terrasse Hotel Sonnenhof Eichenberg Austria Foto Midou Grossmann July 2020

Wunderbar platziert am Dorfausgang, neben einem Wald und mit einer unverbaubaren Terrasse, das Hotel Sonnenhof, welches mit seinen modernen Zimmern, die fast alle mit Küchenzeile ausgestattet sind, für einen Langschläfer ein Segen sein kann.  Wenngleich das opulente Frühstück des Hauses sehr zu empfehlen ist. Eine große Suite mit eigener Terrasse ist ideal für Familien mit Kindern. Zudem bietet auch der Wellnessbereich, mit einem Hallenbad und Liegewiese, einen grandiosen Blick über den See. Was will man mehr? Kultur, Komfort, Natur und gutes Essen in einer geschichtsreichen Region sind immer ein Gewinn in turbulenten Zeiten.  Ein Besuch allein reicht nicht, um all das zu entdecken. Gerade in der Krise mit den Reisebeschränkungen bleibt der Bodensee ein wirklich lohnenswertes Ziel, da es mit seinem internationalen Flair für jeden Besucher etwas zu bieten hat.

 

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Hotel Sonnenhof Eichenberg Austria July 2020 Foto Midou Grossmann

https://bregenzerfestspiele.com/

http://www.sonnenhofhotel.at/site/inhalt.php?ID=18&menu1=18&menu2=0&sprache=1&active=18

https://www.bodensee.de/region/vorarlberg/eichenberg

Copyright Midou Grossmann  – Fotos Copyright Midou Grossmann

 

 

Singen Verboten ? Bitte Aerosol-Tests überdenken!

getintuneMattia Battistini (Youtube)

Seit Monaten ist es zumeist still in der Oper- und Konzertszene. Das Aufatmen war nur kurz als einige mutige Intendanten doch schnell Ein-Personen-Auftritte auf die Bühne brachten. Doch aktuell schockieren Meldung die Musikbranche, weil wissenschaftliche Messungen belegen, dass beim Singen Viren über zwei Meter weit in den Raum geschleudert werden. Ein Aus für Chöre für lange Zeit, für große Oper ebenso?

Ich habe heute gelesen, dass die Tests nach dem Einatmen von Rauch (E-Zigaretten artig) stattfanden, lautes Husten und Singen kennzeichneten die Untersuchungen. Es wäre an der Zeit einmal zu überdenken, ob wir generell nicht zum Belcanto auf breiter Basis zurückkehren müssen. Mattia Battistini betonte immer, dass er nur so leicht beim Singen atmen würde, als ob er an einer Blume riechen wolle, das Ausatmen erfolgt dann auf eine noch sanftere Art. Auch Angelo Loforese sprach immer davon, dass er gar nicht so sehr auf den Atem achten würde, der käme schon von allein, wenn man geistig gut eingestimmt sei. Wer mit einer Art Yogi-Atem das Singen angeht, benötigt bedeutend weniger Volumen, das bestätigte auch die Primadonna Amelita Galli Curci, die über Jahrzehnte eine alte vedische Meditation praktizierte. Der Begriff des Singens in die Maske  ist etwas in Veruf gekommen, das inalare (oft auch als inhalare bekannt) der Stimme ebenso, aber nur weil man heute eigentlich die geistige Art des Singens nicht mehr verstehen und sie auch selten ‘wissend’ lehren kann.

Vielleicht wäre es an der Zeit sich wieder darauf zu besinnen und dann erneut zu messen, wie stark die Luftströme sind. Auch Chöre sollten sich umstellen, einige machen das ja schon seit Jahren. Ich könnte mir vorstellen, dass ein bedeutend geringerer Luftausstoß  gemessen werden würde. Musik und Gesang sind lebenswichtige Elemente für die Menschen, daher gilt es einen Weg zu finden.

Diese Art von Singen setzt eine innere Konzentration voraus, die einigen große Künstlern schon in die ‘Wiege’ gelegt war, andere könnten es lernen, wenn sie denn wollten. Einfach einmal das ‘höhere Selbst’ entdecken mit leichten Übungen und einer besonderen Einstellung der Verinnerlichung.

Copyright Midou Grossmann 2020

The three dimensional Mensch

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Photo Midou Grossmann – Lake Constance 2012

Corona Lockin does give time to go deep inside. Classical Music does help to enhance the journey towards within for those who don’t have a personal technic of meditation.

We as people are somehow three dimension layered energy balls. With our bodies we resonate on the grossest level but with our minds we can go above. And it is not only the mind; we need to heighten our personal vibrational energy to overcome the body vibes which tend to bind us to a limited world with heart and mind. Music – if performed out of the heart chakra – can help us to overcome our body consciousness and that’s why so many people sit extremely still during concert performances. It is a kind of meditation. Music is a free ticket to travel ahead into a vibrational realm where we can find inspiration and solutions for problems seemingly unsolvable, strenght to go on. Music can lead us to the storehouse of magic, the sheer bliss dimension. That’s what we do need in these times. Men and women can rise above the panic and fear. Unfortunately music is closed down. Let’s go inside during these days dear musicians and maybe new masterpieces can be created. Livestream music is helpful but it does rarely have the intense vibrational force as live concerts to provide.

Let’s take this time to create new ways of thinking, rise above the seemingly strong limitations from outside. Music can be very helpful to reach our higher dimensions of being. In this sense we can build a new society free of old control patterns.

Article about Corona and Art – Kulturexpresso

Copyright Midou Grossmann 03/2020

Berührende Klänge in München

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Haydn und Mozart weiterhin Publikumsmagnet

Der Wiener Concert-Verein zu Gast im Prinzregententheater

Weihnachtszeit, der Konzertbetrieb boomt. Am letzten Sonntag gab es gleich drei Konzerte im Prinzregententheater. Alle ausverkauft. Auch das um ‚halb 4‘ mit dem Untertitel ‚Symphonik aus Freimaurerhand‘. Dahinter versteckte sich ein klassisches Programm mit Werken von Joseph Haydn und Wolfgang Amadeus Mozart. Das Publikum war zumeist wegen Mozarts Symphonie Nr.41 C-Dur gekommen, auch als Jupiter Symphonie bekannt. Jedenfalls erfuhr man das während den Pausengesprächen.

Wien bleibt Wien

Das bewies erneut wieder der Wiener Concert-Verein. 1987 gegründet von vier Mitgliedern der Wiener Symphoniker, mit dem Ziel eine Brücke zwischen Tradition und Moderne zu bauen. Mittlerweile ist das Kammerorchester weltweit bekannt und überall gern gesehener Gast. In München stand Claus Peter Flor am Pult. Schon der Auftakt mit Haydns Symphonie Nr. 87 A-Dur überraschte wieder einmal mit einer unverkennbaren Virtuosität sowie einem exquisiten Klangempfinden der Wiener Musiker. Dynamisch schwebend, entfaltete dieses bekannte Werk einen ganz neuen Charme. Immer wieder erstaunlich, wie das Orchester diesen speziellen Wiener Klang pflegen kann in einer globalisierten Welt. Brillant pointiert, schwingend, flexibel und glänzend das Musizieren. Eine Art metaphysischer Klangraum kann so entstehen und das Publikum mit auf eine wohltuende Reise nehmen.

Diesem Stil passte sich der junge Geiger Yury Revich als Solist in Mozarts Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 B-Dur perfekt an. Ein wunderbarer Dialog konnte so entstehen zwischen Orchester und Solist,  welcher mit seiner genialen Virtuosität eine stark schöpferische Anziehungskraft aufbauen konnte, dessen Schwung sich letztendlich niemand wiedersetzen konnte. Wieder einmal wurde gezeigt, dass der junge Mozart auch in den frühen Werken sein Genie wie selbstverständlich einzusetzen verstand. Viel Applaus schon vor der Pause.

Jupiter – Herrscher des Himmels

So bezeichneten jedenfalls die Römer das Gestirn. Nach der Pause war als Highlight Mozarts Symphonie Nr. 41 C-Dur strahlend und mächtig zu erleben. Das schwebende Element des Werks bildete dazu einen schönen Kontrast. Die Wiener Musiker verstanden es, die darin beschriebenen Seelenkräfte in ein harmonisches Gleichgewicht zu setzen. Vielleicht kennt dieser Klangkörper noch eine Forderung der großen Komponisten der Vergangenheit: Alle Töne entstehen im menschlichen Herzen. Doch das lernt man nicht während des Studiums. So etwas lernt man in der Gruppe, so etwas wird von Generation zu Generation weitergegeben. Wie sagte doch kürzlich jemand: Kunst hat immer einen Anfang, doch nie ein Ende.

WCV

Copyright Midou Grossmann 2019 – Photos Midou Grossmann 2019