Dem Glück auf der Spur – Traditions-Kurort ganz im Trend der Zeit

Bad Wörishofen im Frühling

allgäu2

Eine Kneipp-Wasserkur ist heute aktueller denn je zuvor. Zwar wird Sebastian Kneipp immer als der Erfinder genannt, doch er brachte nur eine alte Heilmethode wieder in das Bewusstsein einer breiteren Bevölkerungsschicht.

1849 erkrankte Kneipp selbst an Tuberkulose und entdeckte zufällig das Buch ‚Unterricht von der Heilkraft des frischen Wassers‘ von Johann Siegmund Hahn. Daraufhin badete er mehrfach einige Augenblicke in der eiskalten Donau bei Dillingen und wurde schnell wieder gesund. Fortan ließ ihn das Thema nicht mehr los und er folgte konsequent seiner Intuition, ohne aber seine theologischen Studien zu vernachlässigen. Nicht nur den Wasseranwendungen galt sein Interesse, auch in der Landwirtschaft und in der Botanik erlangte er ein tiefes Wissen. Im Mai 1855 wurde Kneipp Beichtvater und Hausgeistlicher im Kloster der Dominikanerinnen in Wörishofen, baute hier seine Heilmethode weiter aus, schon 20 Jahre später setzte ein reger Kurbetrieb ein. Auch heute noch vertritt dieser Ort vorbildlich die Geistes- sowie Heilprinzipien des Sebastian Kneipp.

Die Stadt – mit ca. 15.000 Einwohnern – konnte sich ihre familiäre Ursprünglichkeit bewahren, wenngleich dort unzählige Kurhotels sowie Privatunterkünfte auf die Gäste warten. Man spricht von über 700.000 Besuchern pro Jahr. In Bad Wörishofen sind aktuell fast alle Naturheilverfahren im Angebot. Auch Ayurveda sowie Yoga sind fest verankert in den Behandlungen. Gerade für den heutigen Menschen, in einer Umwelt, die immer schnelllebiger wird, die die Menschen zu verschlingen droht im digitalen Alltag, findet sich in der Stadt in Allgäu eine große Angebotspalette. Kein Wunder, dass auch Psychosomatik sowie Burn-Out-Symptome hier im Vordergrund stehen.

Sebastian Kneipp setzte auf drei Säulen: Wasser – Natur – gesunde Ernährung. Damit trifft er ganz den Zeitgeist. Schade nur, dass der Bachlauf mitten durch das Städtchen in ein Betonbett gedrängt wurde, wohl auch aus Angst vor Hochwasser. Doch gerade das Wassertreten in freier Natur, in einem natürlichen Flussbett, sollte im Sommer in der Kneipstadt wieder möglich sein. Dies wäre auch möglich außerhalb der Stadt, denn dort schlängelt sich das Flüsschen malerisch durch einen Wiesengrund. Ein einfacher Zugang anhand kleiner Stufen könnte zum neuen Treffpunkt werden im Sinne des Sebastian Kneipp, dessen Worte: „Vergesst mir die Seele nicht“ aktuell wieder ganz im Mittelpunkt stehen sollte. Er war sich sicher, Leib und Seele sind eine untrennbare Einheit, wenn es um Gesundung geht. Psychosomatische Zusammenhänge werden heute bei vielen Krankheiten als Auslöser gesehen. Ein wichtiger Faktor hier ist zudem auch die Prävention, eine gesunde Seele wird nicht so schnell krank.

Dem Glück auf der Spur ist man auch auf dem Barfußpfad in Bad Wörishofen, auf dem man immer wieder glückliche Menschen trifft, die einfach begeistert sind von dieser Art der kindlichen Fortbewegung. Die liebliche Landschaft des Allgäus wird von sanften Wiesen, Wäldern und kleinen Hügeln dominiert, die bestens für Wanderungen zu Fuß oder mit dem Rad geeignet sind. Wer nicht gerne allein wandert, für den gibt es unzähligen Themenwanderungen, denen man sich anschließen kann. Dann gibt es seit 16 Jahren noch die Therme Bad Wörishofen, die zudem mit einer Südsee-Abteilung unter Palmen aufwarten kann. Also, für alle Geschmäcker ist etwas zu finden. Doch ganz groß steht Regeneration sowie Prävention über allen Angeboten, die in einer erstaunlich intakt gebliebenen Infrastruktur fast alle zu Fuß erreichbar sind.

Unterbringungsangebote sind in allen Preisklassen vorhanden, vom 5-Sterne-Hotel bis hin zu Privatunterkünften. In vielen Hotels und Pensionen ist ein Kurpacket buchbar, aber auch der Individualist ist dort gut aufgehoben und kann sich seinen Speisen- sowie Kurplan selbst zusammenstellen. Bad Wörishofen kann auch mit seinem Einzelhandel mit jeder größeren Stadt konkurieren, gemütliche Cafés sowie Restaurants sind in überall in den Straßen der Innenstadt zu finden. Und zu guter Letzt gilt es zu vermelden, dass Elektrosmog-Empfindsamkeit auch hier keine Chance hat, die Mobilfunkantennen beherrschen noch nicht die Dächer der Stadt. Also, in Sachen Gesundheit kann man entspannt sagen: warum denn in die Ferne streifen, wenn das Gute vor der Haustür liegt.

http://www.bad-woerishofen.de/
© Text und Fotos Midou Grossmann 2014

Author: Midou Grossmann

Writer, Arts, Philosophy....

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out /  Change )

Google photo

You are commenting using your Google account. Log Out /  Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out /  Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out /  Change )

Connecting to %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.