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Great start – more to come and some interesting music!

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Es kühlt so schön…!

Basilika Weingarten
Basilika Weingarten – Heilig Blut Altar – Foto Midou Grossmann

Wer bei diesem Wetter trotzdem raus möchte und zudem noch Kühle sucht, sollte alte Gebäude besichtigen. Kirchen sind sehr empfehlenswert, denn zumeist bergen sie viel Wissenswertes und bringen mit ihrer spirituellen Ausrichtung auch Besinnung und vielleicht Inspirationen. Denn der bauliche Aufwand sowie die künstlerische Ausgestaltung dieser Bauten zeugt von einer ungeheueren Schöpferkraft, in Zeiten, die gerne als rückständig bezeichnet werden. Ein Teil dieser enorm ästhetisch ausgerichteten Kreativität wäre in der Gegenwart wieder begrüßenswert. Man soll diese nicht kopieren nur nutzen, um Neues zu schaffen, das Jahrhunderte überdauern könnte.

Heute habe ich wieder einmal die größte Basilika nördlich der Alpen besucht, sonntags ist Führung und zudem konnte man auch die Welfengruft besichtigen. Eine äußerst sachkundige Führung von einem ehemaligen Bauleiter der Basilika enthüllte ungemein viele historischen sowie auch handwerklichen Details. Dieser reine Barockbau wurde zwischen 1715 und 1724 in sieben Jahren erbaut. Jawohl in sieben Jahren, so wird gerechnet, da jedes Baujahr nur 9 Monate zählt. Im Winter ruhte die Arbeit. Wenn man Bilder dieses Prachtbaus sieht, darf man sagen, dass 7 Jahre nicht wirklich lang sind. Allein für die Malereien, die direkt in den Stuck gemalt wurden und immer noch so farbenfroh wie damals wirken, hat man 3 Jahre benötigt. Leider wurde der vorherige Kirchenbau dafür abgerissen.

Die stolze Basilika ist noch immer in ihrer Originalausstattung zu besichtigen. Nichts wurde zerstört seit der Einweihung. Das Kloster mit der Welfengruft ist einen Besuch wert. Auch die interessanten Geschichten über die Heilig-Blut-Relique sowie den tradionellen Blutritt können im Internet gelesen werden. Ein nettes Café direkt neben der Basilika lädt zum Verweilen ein. Nur ein Manko gibt es, dem angeschlossenen Kloster sind die Mönche abhanden gekommen. Nun sucht man einen Orden, der die heiligen Stätten wieder etwas beleben könnte. Bei Bedarf melden, vielleicht kann man auch noch einen entsprechenden Orden gründen.

Webseite Weingarten

Früherer Artikel von mir über die Region

Copyright Midou Grossmann 2018

Haben Künstler einen Auftrag?

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Friedrich von Hetsch – Schiller als Regimentsarzt

Sommerzeit – Festspielzeit – hat Kunst noch eine gesellschaftliche Relevanz?

Reflexionen während einer ‚Mondfinsternis‘

Heute Morgen beim Aufstehen fiel mein Blick auf Rüdiger Safranskis Schiller-Biographie in meinem Bücherregal. Sofort dachte ich wieder an die Schelte, die ein Politiker kürzlich Schiller angedeihen ließ, weil dieser Kunst als eine ‚moralische Anstalt‘ bezeichnet hatte. Schiller war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, Künstler und Philosoph gleichermaßen, und man sollte ihm das Wort ‘Anstalt’ verzeihen, da es sicherlich zu Schillers Zeiten für Schule, Universität stand.

Der Untertitel der Biographie lautet: Die Erfindung des Deutschen Idealismus. Schiller trat für eine Geisteshaltung ein, die man auch humanistisch nennen darf. Ein Lichtstrahl in dem Grau des damaligen Alltagslebens. Er hatte es schwer, aber konnte sich letztendlich durchsetzen. In Jena stürmte man sozusagen den Saal bei seiner ersten Vorlesung, sodass man mit der gesamten Zuhörerschaft einfach durch die Stadt wanderte, um in einen größeren Saal zu übersiedeln.  Diese Völkerwanderung beunruhigte die Ordnungshüter und man dachte an Revolution. Ob Schiller heute noch derselbe Erfolg beschieden wäre, wage ich fast zu verneinen. Humanistische Bewegungen, Spiritualität, sind etwas untergegangen in den Turbulenzen, die ein Überleben im globalen Wettbewerb so mit sich bringt. Man spricht von einer Verrohung der Gesellschaft, doch im Gegensatz zu damals, finden viele Menschen dies auch notwendig und versuchen keine Änderungen herbeizuführen, auch weil man Politiker hat, die den Abbau eines Sozialstaats vorantreiben. Eine Sozialsystem, das zwei Weltkriege überlebt hat, soll nun nicht mehr finanzierbar sein. Eine ungeheuerliche Einstellung, die aber so manchen Menschen gar nicht interessiert.

Natürlich haben Künstler auch heute noch eine Sonderstellung in der Gesellschaft. Nur ist es selten, dass sie sich wie Schiller mit gesellschaftlich, philosophischen Gedanken, die eine ästhetische Erziehung des Menschen voraussetzen, beschäftigen. Aktuell darf man wieder vermehrt von einem geistigen Niedergang sprechen. Die Aussage eines Intendanten: Kunst habe die Aufgabe das Bewusstsein der Menschen positiv zu verändern, zu erhöhen, war vor 30 Jahren noch eine Selbstverständlichkeit. Doch wer aktuell eine Opern- oder Schauspielaufführung besucht, darf mit einer willkürlichen Besitzübernahme der Werke zwecks ‚Egolifting‘ rechnen. Geradezu penetrant wird jeder ästhetische Gedanke ausgemerzt und mit billigem Gedankengut ersetzt.

Wenn ich nur an die Opern von Richard Wagner denke, die von A-Z auf eine geistige Weiterbildung des Menschen setzen, so werden diese immer vermehrt in das Gegenteil verdreht. Das hat gerade wieder die ‚Lohengrin‘-Premiere in Bayreuth gezeigt. Und so etwas ist Vorsatz. Wenn am Ende einer Oper, die als Kernaussage das Vertrauen in eine höhere Macht beinhaltet, nun doch das Dunkle siegt, ist das sehr traurig. Auch die dunkle, blaue Ausstattung sowie die lächerlichen Kostüme wurden meiner Ansicht nach absichtlich entworfen, um die positive Aussage des Werks zu eliminieren. Sehr gut bezahlt wurden alle für diese Arbeit. Muss eine Gesellschaft so etwas tolerieren, an einem Ort, der mit öffentlichen Geldern gefördert wird? Nein, Kunst darf nicht alles! Ein Friedrich von Schiller steht mit seinen Forderungen immer noch im Raum und ist aktueller als vielleicht in seiner damaligen Zeit.

Copyright Midou Grossmann 2018

Forgotten Opera Revived In Glory

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Foto Copyright Midou Grossmann

Klassik Award für eine Opern-Rarität

»Proserpine« von Camille Saint-Saëns neu entdeckt

Prof. Ulf Schirmer, Intendant und Generalmusikdirektor der Oper Leipzig, erhält für seine CD-Einspielung »Proserpine« von Camille Saint-Saëns mit dem Münchner Rundfunkorchester den International Classical Music Award (ICMA) 2018 in der Kategorie »Audio: Oper«. Die CD erschien im Mai 2017 in der Reihe »Opéra français« des Palazzetto Bru Zane, dem wichtigsten Forschungszentrum für französische Musik der Romantik, mit dem die Oper Leipzig in der Spielzeit 2016/2017bei der Neuproduktion der Opernausgrabung von Charles Gounods »Der Rebell des Königs (Cinq-Mars)« zusammenarbeitete.

Zudem hat Professor Schirmer in seiner Zeit als Chef des Münchner Rundfunkorchesters weitere Projekte zusammen mit dem Palazzetto Bru Zane erarbeitet, neben »Cinq Mars« auch Benjamin Godards »Dante«, beide Werke wurden erfolgreich in München, Wien sowie in Paris/Versailles aufgeführt. Verdient ging der Klassik Award an »Proserpine«, erweist sich die Oper doch beim genauen Studium als echte Fundgrube von kompositorischen Finessen und Farben. Saint-Saëns war immer von seiner Oper überzeugt und bezeichnete diese oft als seine beste Arbeit. Doch das Werk erschließt sich nicht sofort beim ersten Hören, gegensätzlich der großen Operntradition, setzt der Komponist hier nicht auf vordergründige Effekte oder orientiert sich an der Tradition der Grand Opéra mit opulenten Arien und Chorpassgen. Als ein Zeitgenosse der Freunde Franz Liszt und Richard Wagner, der er beide kannte, darf man sagen, dass Einflüsse dieser beiden Genies auch in der Oper »Proserpine« zu finden sind, in einer harmonische Symbiose, und das gerade macht das Werk so interessant. Eine durchweg impressionistische Klangsprache dominiert zumeist, wenn auch zuweilen dramatisch musikalische Eruptionen zu erleben sind. Bemerkenswert ist die Ausgestaltung der Gesangspartien, welche konsequent über die Musik hinweg gesungen werden und manchmal sogar à Cappella, zudem glänzend dem französischen Sprachrhythmus angepasst. Ulf Schirmer und das ungemein differenziert musizierende Münchner Rundfunkorchester zeigen sich hier als geniale Interpreten der Partitur, sicherlich ganz im Sinne des Komponisten.

Gesanglich darf ebenfalls von einem hohen Niveau gesprochen werden, die wunderbare Véronique Gens beeindruckt erneut mit ihrem dunkel timbrierten Sopran, der große Gestaltungsfacetten und eine leuchtenden Höhe entfaltet. Die Entwicklung von der dominanten Kurtisane Proserpine bis hin zur verzweifelt Liebenden, die den Tod sucht, kann die Sängerin stimmlich überzeugend umsetzen. Die liebliche Angiola wird von Marie-Adeline Henry ebenso brillant mit einem schönen lyrischen Sopran gestaltet. Die Männerriege ergänzt diese homogene Gesangsteam bestens: Grandios alle, Tenor Frédéric Antoun (Sabatino), Bass-Bariton Andrew-Forster Williams (Squarocca), Bass Jean Teitgen (Renzo). Der Flämische Radio Chor wurde von Chorleiter Hervé Niquet hervorragend für dieses Projekt vorbereitet.

Für jeden Opernliebhaber dürfte diese hervorragende Einspielung sicherlich eine Bereicherung sein. Ob sich das Werk allerdings auf den Opernbühnen etablieren kann, bleibt abzuwarten, denn das Libretto zeigt sich nicht wirklich überzeugend.

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Professor Ulf Schirmer 2012 Foto copyright Midou Grossmann

Copyright Midou Grossmann 2018

The Art Of Conducting – Great Conductors Of The Past.

musicandom

Teldec Video 1.57 minutes – 1994 – YouTube as well

I just watched this as a video. Very interesting – the sound, the different technics, the metaphysical approach. So personal each, but the main topic which does come through is dedication and at the end someone does says: we all are alone here and music does give us a feeling of not being alone anymore. So important and true. Also interesting to see women in the orchestras. The first in Canada and Great Britain – Berlin and Vienna very belated, none seen yet in these days till 1965.

I liked best Reiner, Stokowski, Toscanani and Karajan. If there can be talked of best. Though Reiner’s baton has to be seen. Also interesting the German school, conducting mostly out of the wrist and with the eyes. Extreme here: Richard Stauss and at the other end of the scale Lenny (Bernstein).

Nowadays with all the hype about entertainment and social media this kind of artistically field is more important than ever before. Does the East have its tradition of spiritual rituals and introspection; the West has the tradition of music. Besides this there is often no place in our western society to go ‘inside’ for one or two hours, to converse with your higher self. This has nothing to do with the emotional stimulations most current media does deliver, no, good music – and I see good music everywhere when patterns of high frequencies overcome the dull and delusional emotional feeling in men – can uplift human beings and pull them above all kind of moods which block true creativity.

The classical music business tends to go strongly towards show and strong business management. Yes, orchestras are expensive to run, but music is as important as education or health. Society has forgotten this and it is time to provide tools for the people which do allow them to discover their very best and live a life free of welfare and dependencies. Overcoming hurt and sorrow by discovering a higher dimension of existence.

Midou Grossmann 2018