Löse von der Welt mich los….

….oder das Wunder im Orchestergraben – Premiere ‘Tristan und Isolde’ Oper Leipzig 5.10.19

Oper Leipzig
Oper Leipzig – Richard Wagner “Tristan und Isolde” HP2 am 30.09.2019 Foto Tom Schulze Tel. 0049-172-7997706 http://www.tom-schulze.com post@tom-schulze.com

Wer – wie ich – seinen ersten Tristan 1986 in Bayreuth erlebt hat, wird diese Produktion wohl nie mehr vergessen. Das war der sagenhafte Ponnelle-‚Tristan‘, mit dem berühmten silbrigen Baum im zweiten Akt. Dazu noch Peter Hofmann und Janine Altmeyer als Titelpaar! Ich glaube, ich habe jede Aufführung damals gesehen. Löse von der Welt mich los…, das gelang grandios, alle Mitwirkenden sowie das Publikum werden das jederzeit bestätigen. Der große Zauberer Jean-Pierre Ponnelle wusste genau, wie man die Opern von Richard Wagner zu inszenieren hatte.

Der Eindruck der Leipziger Premiere ist ein gespaltener. In den Opern von Richard Wagner geht es immer um den ‚dreidimensionalen‘ (ganzheitlichen) Menschen: Körper, Geist und Seele. Auszugehen ist zudem auch von einer Wiedergeburt der Seele in einem neuen Körper. Diese Sichtweise war Wagners Philosophie und darauf basierte die Erlösung letztendlich in seinen Opern: es geht für uns Menschen in einem anderen Schwingungsfeld als Seele weiter. Nichts mit schwarzem Loch oder Nirwana, das wäre zu einfach.

Wagner sowie Schopenhauer basierten ihre Suche auf den uralten indischen Veden, auch der Buddhismus in seiner aktuellen Form ist aus dem Ur-Hinduismus entstanden. Das Schopenhauer-Archiv in Frankfurt spricht von 179 Werken, die er zu diesem Thema studiert hat, im Archiv selbst ist noch ein Rest von 125 indologischen Titeln vorhanden. Wagner schreibt ebenfalls immer wieder in seinen Aufzeichnungen von diesen uralten indischen Lehren, den Upanischaden, er liest die indischen Märchen und Sagen regelmäßig. Des Weiteren finden sich unzählige Hinweise auf dieses Thema in seinen Schriften, diese Lebensphilosophie ist ihm Trost.

Zeigt Richard Wagner mit seinem Ring des Nibelungen eine karmische ‚Gruppenhandlung‘ über mehrere irdische Leben hinweg, begrenzt er die Handlung bei ‚Tristan und Isolde‘ auf die intime Form der menschlichen Liebe zwischen zwei Menschen, die sich schon vor dem ersten Treffen in Irland in einer anderen Zeit und Form geliebt haben. Daraus ergeben sich nun die tragischen Ereignisse, alles ganz einfach letztendlich.

Theaterregisseur Enrico Lübbe traute der Geschichte wohl nicht so ganz und daher gab es noch den Co-Regisseur Torsten Buß. Gezeigt wird gutes Theater aber kein wirklich großes Musiktheater. War der erste Akt noch spannend, was hoffen ließ, wurde der transzendente zweite Akt zu einer konfusen psychologischen Parabel, die dann letztendlich mit der wunderbaren Musik aus dem Orchestergraben gar nichts mehr zu tun hatte.

Paradisi Gloria Juli 2010 Foto Midou Grossmann
Paradisi Gloria Juli 2010 Foto Midou Grossmann

Überhaupt geschah das Wunder des Abends im Orchestergraben. Intendant und GMD Ulf Schirmer sowie das Gewandhausorchester zauberten Töne in den Raum, ganz auf der Linie von Herbert von Karajan und Leonard Bernstein, welche man so lange nicht mehr gehört hatte. Schon das Vorspiel löste den Geist von der Erdenschwere und hier wurde mit geschlossenen Augen gelauscht, verpasst habe ich dann wohl  einige Hinweise hinter dem Gazevorhang. Lieber Theaterregisseur, so ist das eben mit Opernbesucher, bitte keine Vorlesungen. Die silbrigen Klänge im zweiten Akt, die ganz unterschwellig auch kontinuierliche Walzerrhytmen als Hinweis auf eine höhere Welt beinhalten, wurden durch das Versteckspiel von Tristan und Isolde empfindlich gestört, getrennt wanderten beide nervös am Bühnenrand entlang. Anfassen oder Ansehen war gar verboten.

Was aus dem Graben im dritten Akt erklang, ist so nur sehr selten zu erleben. Wahnsinnsakkorde, die Tristan auf der Bühne fehlten, peitschten das Gewandhausorchester bis an die Grenze des menschlich machbaren Musizierens. Ulf Schirmer hatte die Uraufführungspartitur von München 1865 zur Verfügung und konnte anhand der Anmerkungen erkennen, welches Klangbild Richard Wagner vorschwebte. Breiter, ruhiger Fluss, mit zugleich immer wieder starken Gefühlsausbrüchen, die wie Wellen aus einem Meer aufsteigen und verebben.

Ich gehe nicht im Detail auf das Bühnenbild von Etienne Pluss ein, es genügt zu wissen, dass man sich in einem Schiffswrack befindet, schief und dunkel das Ambiente. Viel Licht gab es daher nicht, wenngleich Olaf Freese doch einiges richten musste, wohl auch die Neonstäbe, die eine Art Rahmen auf der Bühne bildeten, aus diesem Rahmen ‚fallen‘ durften am Premierenabend nur Tristan und Isolde.

Auch gesanglich sowie darstellerisch kann man leider von keiner homogenen Leistung sprechen. Meagan Miller war sicherlich der Pluspunkt der Inszenierung. Ihr gelang es schon den ersten Akt enorm spannend zu gestalten, mit kluger Phrasierung und ausgefeilter Diktion. Sie besitzt eine schöne Stimme mit klarer Höhe, die noch wachsen kann.  Darstellerisch blieb sie ebenfalls ungeschlagen an diesem Abend, bis zur letzten Szene eine verheißungsvolle Leistung. Barbara Kozelj, die  junge Mezzosopranistin in der Partie der Brangäne, wirkte zuweilen doch unsicher, die gesangliche Linie klingt etwas unausgeglichen, abgesehen von dem berühmten Wachgesang, hier schwebte ihre Stimme mit perfektem Legato durch das Haus. Sebastian Pilgrim als König Marke zeigte eindrucksvoll wie Wagner zu singen ist, nämlich mit sprachlicher Stilsicherheit aber auch mit viel Belcanto. Er war ein weiteres Highlight des Abends.

Nun kommen wir zum Helden Tristan alias Daniel Kirch. Das ist nicht seine Partie, Kirch fehlt das heldische Timbre, auch an Ausstrahlung mangelt es ihm. Währen den ersten beiden Akten frug man sich, wie Kirch den dritten Akt schaffen wolle, seine Stimme klang brüchig und sehr baritonal, doch dann überraschte er. Es war nun eine One-Man-Show und hier konnte er gestalten ohne auf andere zu achten, es gab schöne Stellen, die durchaus beachtlich klangen, dennoch fehlte auch in dieser tragischen Szene das Gestalterische. Eigentlich war man froh als Meagan Miller ihren wunderschönen Liebestod sang und endlich mit Tristan vereint in den Kulissen entschwinden durfte. Einspringer Jukka Rasilainen als Kurwenal immer noch sehr beachtlich, ordentlich auch Martin Petzold (Hirt), Franz Xaver Schlecht (Steuermann) und Alvaro Zamrano (junger Seemann).

Mit einigen Retuschen im zweiten Akt könnte diese Inszenierung dann wohl auch für den Wagner-Marathon 2022 zu einem Highlight werden, denn wie gesagt, das Schönste kam aus dem Orchestergraben.

Nächste Vorstellung 12. Oktober

http://www.oper-leipzig.de

Copyright Midou Grossmann 2019

The Window to ‘Reality’?

“Think of a window. It allows us to see whatever is outside. Quantum physics, which, to me, is a visionary window, produces a much more puzzling view. As a result, you may well look at everything in a new and amazing way.” (Amit Goswami Ph.D., Consciousness Scientist)

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If people would turn away from hatred and envy, going forward towards true understanding and longing for peace this planet could become in a short time a good place to live.

The last decades have brought more and more tensions on so many levels of society. People are ready to explode since most are longing for a harmonious life in a safe and healthy surrounding. But many challenges do keep us far from this simple goal. Do you know the expression quantum leap? Going out, being creative, and using the highest creative power in a dynamic way to improve a situation. Yes, this is what is needed. Going above the so called daily routine. A discontinuous mouvement is known as a quantum leap. So please do go into your true inner self and disrupt routine, find this divine spark which is your birthmark from heaven. Start to be true to yourself again. All will be well. Especially in art we need this kind of thinking since now art starts to be fully controlled by an old stagnant way of egoistical thinking. But art should guide people to reach out for the higher self, awaken a desire to become better people. We do not need these endless boring productions of operas which do show us how bad everything is now and these concerts turning into sheer events, business as usual for the Upper Class. There is an urgent need to go hand in hand with the composer and show people that there can be noble and beautiful moments despite seemingly chaos.

“Therefore, since atoms are possible movements, molecules are possible movements, and neurons are possible movements, it follows that the brain itself is a possible movement. Right? But that means that consciousness, if it is created by the brain, is also a possibility!” (Amit Goswami Ph.D., Consciousness Scientist)

Copyright Midou Grossmann 2019 Text and Photo

 

„Z“– er lebt – der wissende Mensch

Eindrucksvolle deutschsprachige Uraufführung der Oper von Minas Borboudakis im Rahmen der Festspielwerkstatt der Münchner Opernfestspiele 2019 – Bayerische Staatsoper.

Für ältere Besucher der Premiere war es ein Erinnern an den Kampf der Demokratie in Europa, jüngere Besucher empfanden eine fesselnde Aktualität, die durchaus noch eine aktuelle Berechtigung besitzt. Hellas stand schon immer für einen kompromisslosen und emotionalen politischen Weg, Freiheit im Ausdruck der Menschlichkeit war ein Credo, das dennoch oft mit Füßen getreten wurde. Im November 1966 veröffentlichte Vassilis Vasilikos seinen Tatsachenroman „Z“ in Griechenland. Der Schriftsteller hatte das Attentat auf den führenden Politiker der griechischen Linken Grigoris Lambrakis zur Grundlage für seinen Roman genommen, die Verfilmung von Costa Gavras machte das Buch zum Weltbestseller.

Das Buch und der Film bildeten die Grundlage für das Musiktheater „Z“, das als erstes Auftragswerk der neuen Griechischen Nationaloper 2018 in Athen uraufgeführt wurde. Wie im Roman, überlappen sich auch in der Oper verschiedene Bewusstseinsbereiche. Die Stimme des Opfers erklingt zu Beginn über Lautsprecher und sendet ein starkes Signal: „Die Toten reden nicht, sie sind ohne Stimme, und selbst wenn, erreicht sie uns’re Ohren doch nicht. Doch sie leuchten ganz schwach wie eine Lampe, die in der Ferne schimmert. Ihr Licht ist kraftlos, doch bricht es sich Bahn. Es gibt uns Zeichen.“

Betrachtungen über Gut und Böse, Integrität und Opportunismus, Mitläufer und Mutige haben zu jeder Zeit eine Berechtigung und daher berührt diese Oper auch so stark. Der deutsche Text wurde brillant von Michaela Prinzinger verfasst und die Regie von Kevin Barz agiert sehr ausdrucksstark auf einer Lauffläche von 32 Meter in der Reithalle München. Wie ein Film entwickelten sich hier die packenden Bilder über eine Straße des Geschehens, von beiden Seiten der Zuschauerblöcke zu sehen. Die Projektionen auf  Gazevorhängen wirkten doppelseitig, die Sänger/Schauspieler agierten ebenso.

Über allem stand die geniale musikalische Handlung komponiert von Minas Borboudakis, der auch selbst dirigierte, und das sehr eindringlich. Die vielschichtige Partitur darf vordergründig als minimalistisch bezeichnet werden, dennoch beherrschten eindringliche Spannung sowie dynamische Klangentwicklung durchgehend den Raum. Öfters wurde das Geschehen vom Chor kommentiert, das antike Drama Griechenlands war allgewärtig. Das Kammerensemble von 11 Musikern interpretierte diese Musik mit großem Einsatz, über die Minas Borboudakis selbst sagte: „Die große Herausforderung wird sein, diese Klangatmosphäre herzustellen. Denn besonders die Monologe sind sehr filigran, mit sehr wenigen Mitteln und sehr speziellen Klängen, mit speziellen Techniken und mit der Einbindung von Elektronik. Es spielen viele Faktoren mit und das zu dirigieren, ist ein bisschen wie Chirurgenarbeit. Für den Schauspieler sind die rhythmischen Passagen eine Herausforderung. Es gibt einige Stellen im Stück, in denen er den Text von mir rhythmisierst in der Partitur bekommt, ihn aber trotzdem auf natürliche Art sprechen soll.“ All das gelang bestens, und das gesamte Werk entwickelte sich mit einer Komplexität, deren schwingendes Element so vorab gar nicht vorstellbar gewesen war.

Alle Protagonisten zeigten größte Identifikation mit den Rollen und der große Applaus des Publikums belohnte dies auch. Zu erwähnen sind von vielen die Hauptdarsteller Edmund Telgenkämper als Z, Simon Bailey als skrupelloser Archosaurier. Joshua Owen Mills als Mörder Grille zusammen mit Krabbe Long Long. Sehr berührend auch Noa Beinart in der Rolle der Frau des Opfers/Seele.

Sicherlich wird sich dieses Werk auf den Bühnen behaupten können, wünschenswert wäre auch eine Inszenierung an einem großen Haus, da es hier doch um mehr geht, als um ‚nur‘ einen politischen Mord. Die gesamte Handlung wird geprägt von philosophischen und seelischen Aspekten, die gerade heute wieder so notwendig sind für eine Betrachtung der Welt.

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Fotos copyright Midou Grossmann – Szene München – Minas Borboudakis

Weitere Vorstellungen 3., 5., 7. Juli 2019, Reithalle München

 

Belcanto! Wanting to sing ‘deep’?

For a classical opera singer talent does build a base of maybe 30%!

Studying the basic technics for some years another 30%!

But this is often not enough for a successful career as a soloist. The last 40% which will provide enough stamina and determination, self-trust, and the power to pursue a long career are based mostly on psychological and spiritual tools.

In Wahrheit ist das Instrument des Sängers der ganze Mensch mit all seinen
seelischen und körperlichen Spannungen. Selbst die Zweiteilung des Instruments ist zuletzt zwanglos aufgelöst. (Franziska Martienssen-Lohmann – berühmte Gesangslehrerin)

In allen Gesellschaften hatte die Musik eine hohe Bedeutung. In den alten Sagen kann man lesen, dass die Musik bereits vor langer Zeit als eine Art Lebenselixier galt. (Herbert von Karajan)

I have studied these ‘interior dimensions’ of success since more than thirty years and I am confident that I could help many talents to prosper during many years in harmony with creative abundance and self awareness. See my flyer, do not hesitate to contact me if you feel that this could enforce your artistic and human potential.

Love and Light – MIDOU

Singing

Haben Künstler einen Auftrag?

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Friedrich von Hetsch – Schiller als Regimentsarzt

Sommerzeit – Festspielzeit – hat Kunst noch eine gesellschaftliche Relevanz?

Reflexionen während einer ‚Mondfinsternis‘

Heute Morgen beim Aufstehen fiel mein Blick auf Rüdiger Safranskis Schiller-Biographie in meinem Bücherregal. Sofort dachte ich wieder an die Schelte, die ein Politiker kürzlich Schiller angedeihen ließ, weil dieser Kunst als eine ‚moralische Anstalt‘ bezeichnet hatte. Schiller war eine außergewöhnliche Persönlichkeit, Künstler und Philosoph gleichermaßen, und man sollte ihm das Wort ‘Anstalt’ verzeihen, da es sicherlich zu Schillers Zeiten für Schule, Universität stand.

Der Untertitel der Biographie lautet: Die Erfindung des Deutschen Idealismus. Schiller trat für eine Geisteshaltung ein, die man auch humanistisch nennen darf. Ein Lichtstrahl in dem Grau des damaligen Alltagslebens. Er hatte es schwer, aber konnte sich letztendlich durchsetzen. In Jena stürmte man sozusagen den Saal bei seiner ersten Vorlesung, sodass man mit der gesamten Zuhörerschaft einfach durch die Stadt wanderte, um in einen größeren Saal zu übersiedeln.  Diese Völkerwanderung beunruhigte die Ordnungshüter und man dachte an Revolution. Ob Schiller heute noch derselbe Erfolg beschieden wäre, wage ich fast zu verneinen. Humanistische Bewegungen, Spiritualität, sind etwas untergegangen in den Turbulenzen, die ein Überleben im globalen Wettbewerb so mit sich bringt. Man spricht von einer Verrohung der Gesellschaft, doch im Gegensatz zu damals, finden viele Menschen dies auch notwendig und versuchen keine Änderungen herbeizuführen, auch weil man Politiker hat, die den Abbau eines Sozialstaats vorantreiben. Eine Sozialsystem, das zwei Weltkriege überlebt hat, soll nun nicht mehr finanzierbar sein. Eine ungeheuerliche Einstellung, die aber so manchen Menschen gar nicht interessiert.

Natürlich haben Künstler auch heute noch eine Sonderstellung in der Gesellschaft. Nur ist es selten, dass sie sich wie Schiller mit gesellschaftlich, philosophischen Gedanken, die eine ästhetische Erziehung des Menschen voraussetzen, beschäftigen. Aktuell darf man wieder vermehrt von einem geistigen Niedergang sprechen. Die Aussage eines Intendanten: Kunst habe die Aufgabe das Bewusstsein der Menschen positiv zu verändern, zu erhöhen, war vor 30 Jahren noch eine Selbstverständlichkeit. Doch wer aktuell eine Opern- oder Schauspielaufführung besucht, darf mit einer willkürlichen Besitzübernahme der Werke zwecks ‚Egolifting‘ rechnen. Geradezu penetrant wird jeder ästhetische Gedanke ausgemerzt und mit billigem Gedankengut ersetzt.

Wenn ich nur an die Opern von Richard Wagner denke, die von A-Z auf eine geistige Weiterbildung des Menschen setzen, so werden diese immer vermehrt in das Gegenteil verdreht. Das hat gerade wieder die ‚Lohengrin‘-Premiere in Bayreuth gezeigt. Und so etwas ist Vorsatz. Wenn am Ende einer Oper, die als Kernaussage das Vertrauen in eine höhere Macht beinhaltet, nun doch das Dunkle siegt, ist das sehr traurig. Auch die dunkle, blaue Ausstattung sowie die lächerlichen Kostüme wurden meiner Ansicht nach absichtlich entworfen, um die positive Aussage des Werks zu eliminieren. Sehr gut bezahlt wurden alle für diese Arbeit. Muss eine Gesellschaft so etwas tolerieren, an einem Ort, der mit öffentlichen Geldern gefördert wird? Nein, Kunst darf nicht alles! Ein Friedrich von Schiller steht mit seinen Forderungen immer noch im Raum und ist aktueller als vielleicht in seiner damaligen Zeit.

Copyright Midou Grossmann 2018